Optologisches Zentrum Solothurn - Praxis für visuelle Wahrnehmung       Cordula & Andreas Stocker
Was ist Funktionaloptometrie?

Das Sehen kann in 5 Teilbereiche aufgegliedert werden, und in jedem
Teilbereich können Störungen auftreten.

A) Augenbewegungen

Folgebewegungen der Augen und Blicksprünge sind die motorische Basis für das Lernen und Anwenden von Lesen und Schreiben.
Beim grössten Teil der Kinder mit Lese-Rechtschreib-Probleme finden sich Mängel im Bewegungsfluss der Augen und einen schlechte "Trefferquote" bei den Blicksprüngen. So ist das Springen der Augen beim Abschreiben  von der Tafel zur Irrfahrt.

B) Winkeleinstellung

Das Einstellen der Augen auf einen bestimmten Winkel (Vergenz) ist erforderlich, um im jeweiligen Abstand ein Bild zu sehen.
Ist diese Einstellung zu langsam oder zu ungenau, so rutschen einzelne Buchstaben oder Wörter durcheinander oder werden zeitweise doppelt gesehen (eine relativ gleichbleibende Abweichung des Einstellwinkels nennt man Winkelfehlsichtigkeit - sie kann auch mit einer prismatischen Brille korrigiert werden)
Die Konzentration wird bei diesen Winkelabweichungen in extremer Weise belastet.

C) Scharfstellen

Das Scharfstellen der Augen (Akkommodation) auf einen bestimmten Abstand ermöglicht erst die Erkennbarkeit von Schrift und Bild. Ist diese Einstellung zu langsam oder wechselt ständig, so erscheint ein Text immer wieder unscharf und die Erkennbarkeit lässt nach.

D) Visualisation

Sich ein Bild machen können von dem was man sieht, es verknüpfen mit den anderen Sinnen (wie riechen, schmecken, hören, fühlen etc.)
erfordert Seherfahrung, die  wiederum von der Qualität vieler Lernprozesse abhängt. Ist z.B. die Zuordnung der Buchstaben nach ihrer Form und ihrem Klang noch nicht erlernt oder durch ein Trauma nicht mehr abrufbar (decodiert), dann werden sie auch nicht richtig benutzt.

E) Gesamtheit der visuellen Wahrnehmung

Dies ist das eigentliche Sehen, das Zusammenwirken aller Einzelfunktionen.
Nur wenn alle Teilbereiche flüssig ineinandergreifen, besteht eine gute visuelle Leistungsfähigkeit.

In einigen Ländern, wie z.B. in den USA, ist die Funktionaloptometrie seit langem fester Bestandteil der universitären Ausbildung.
In den europäischen Ländern ist der Titel des Augenoptikermeisters die Grundlage, um die Ausbildung als Funktionaloptometrist zu machen.


Visuelle Wahrnehmungsstörungen sind nicht unsichtbar

visuelle Defizite können sich in folgenden Symptomen äussern:

-Kurze Aufmerksamkeitsspanne
-starke Unruhe, die bei Arbeiten in der Nähe (lesen, schreiben etc.) 
  auftritt
-Doppeltsehen (nach neurologischer und augenärztlicher Abklärung und
  Bericht)
-häufiges Augenreiben
-Augenbrennen (Rötungen)
-Kopfschmerzen/ Migräne
-Schiefsitzen/ Schiefe Kopfhaltung
-Kurzer Lese-/Schreibabstand
-Abdecken eines Auges mit der Hand
-Seitliches Verschieben des Textes vor ein Auge
-Text verdrehen
-mit dem Finger lesen
-Buchstaben verwechseln (D+B, P+Q, N+U....)
-Buchstaben oder Silben weglassen oder "dazu erfinden"
-Langsames stolperndes Lesen
-Schlechte oder fehlende Sinnerkennung beim Lesen
-Rechtschreibfehler auch in bekannten Wörtern (verschiedene    
      Schreibweisen in ein und demselben Wort)
-Schnelles Nachlassen der Lese -/ und Schreibqualität mit zunehmender
      Dauer der Aufgabe
-Leseunlust mit unbegrenzten Ausreden zur Lesevermeidung
-Kann vorgegebene Felder nicht sauber ausmalen
-stösst häufig an ("nimmt Ecken mit")
-ist oft ungeschickt ( z.B. beim Ball fangen, Einschenken, Stürzeetc.)
-Höhenangst.....



Wenn die Augen nicht richtig greifen können, ist auch das Begreifen schwer!



Visuelle Störungen sind prüf-und messbar. In der visuellen Analyse werden mit einer Vielzahl von Wahrnehmungstests und der sogenannten 21-Punkte-Analyse die Teilbereiche der visuellen Wahrnehmung analysiert und bewertet. So ist es möglich, ein Bild von Umfang und Wirkung der Störung zu bekommen und ein Konzept für die Optometrische Betreuung zu erarbeiten.

Bei visuellen Wahrnehmungsstörungen, die auf die Mängel in der Koordination der Augen oder in der Integration der Seheindrücke zurückzuführen sind, entstehen je nach betroffenem Teilbereich Seheindrücke wie sie in folgenden Beispielen aufgezeigt werden. Dabei kommen häufig Mischformen vor, die ja nach visuellem Stress unterschiedlich stark ausgeprägt sind und durch Kompensationen (Kopfschiefhaltung, Abdecken eines Auges etc. )kurzfristig unterdrückt werden können.
Die folgenden Textausschnitte veranschaulichen den Seheindruck bei stockenden  oder sprunghaften Augenbewegungen mit einem Mangel an Koordinationsfähigkeit. Das erforderliche "Einscannen" des Textes in das Gehirn ist nicht möglich, wenn die Augen keine flüssigen, koordinierten Augenbewegungen ausführen können.

Foto
Foto
Geben Sie hier eine kurze Beschreibung Ihrer Produkte oder Dienstleistungen ein.
Foto
Foto
Geben Sie hier eine kurze Beschreibung Ihrer Produkte oder Dienstleistungen ein.
Foto
Foto
Geben Sie hier eine kurze Beschreibung Ihrer Produkte oder Dienstleistungen ein.